Zum Inhalt springen
Chaldäisch-Katholische Kirchein der Schweiz

Emmanuel

Veröffentlicht am 20.12.2025 — Abbé Naseem Asmaroo

.

„Du warst drinnen, und ich draußen; und genau dort habe ich dich gesucht … Du warst bei mir, und ich war nicht bei dir.“

Die Einsicht des heiligen Augustinus fasst eine universelle Erfahrung in Worte: in der Ferne das zu suchen, was doch schon ganz nah ist.

Wir neigen dazu, uns Gott als fern vorzustellen, als in einem unzugänglichen Himmel verborgen. Die christliche Tradition behauptet jedoch das Gegenteil: Gott macht sich unaufhörlich nah, ist bis in die Intimität unseres Lebens und in dessen verwundbarste Bereiche hinein gegenwärtig.

Weihnachten erinnert uns an diese zentrale Überzeugung: Gott wartet nicht vor der Tür der Menschheit, sondern überschreitet die Schwelle. Noch bevor wir den ersten Schritt tun, beschließt er, in unserer Welt zu wohnen – still und unauffällig.

Das ist die Bedeutung des Namens Emmanuel: „Gott mit uns“. Eine unaufdringliche, aber reale Gegenwart, die sich nicht aufdrängt, die nicht dominiert, sondern begleitet. Eine Gegenwart, die sich den Zweifeln, der Armut und den durchlebten Nächten anschließt.

Die Menschwerdung stellt somit die gewohnten Vorstellungen auf den Kopf: Gott begnügt sich nicht damit, nur kurz vorbeizukommen, sondern begleitet uns auf unserem Weg. Er ist Teil des Alltags, der geduldig aufgebauten Beziehungen, der Gesten der Versöhnung und der stets offenen Möglichkeit, neu anzufangen.

An Weihnachten geht es nicht darum, weit zu suchen, sondern das zu erkennen, was bereits im Mittelpunkt unseres Lebens steht.

Da erhalten die Worte des Augustinus eine neue Bedeutung: „Du warst bei mir …“. Und vielleicht können auch wir dann flüstern: „Und jetzt möchte ich bei dir sein.“

Frohe Weihnachten!

Dieser Text wurde automatisch aus dem Französischen übersetzt.

Alle Beiträge